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Sommerkarzer

 

Der Sommerkarzer, d.h. der obere im Turm gelegene Raum ohne Heizung, der nur im Sommer benutzt werden konnte, wurde schon zum Universitätsjubiläum 2007 wieder hergerichtet. Nun folgte die Wiederinstandsetzung des darunter gelegenen Winterkarzers (mit Heizung). Nach der Inbetriebnahme des Kollegiengebäudes I wurden die beiden Karzer erstmals im November 1911 und April 1912 belegt. Der erste Insasse des jetzt frisch renovierten Winterkarzers war Walter Stegmaier, der nur wenige Monate vor seiner Inkarzerierung als 3.000 Student der Universität in einem Festzug durch die Stadt geführt und mit einer goldenen Uhr beschenkt worden war. Da ihm auch die zweifelhafte Ehre zuteil wurde, der erste Bewohner des Winterkarzers zu werden, nannten ihn seine Kommilitonen "König des Zufalls" und behängten ihn mit einer entsprechend beschrifteten Schärpe. Die beiden Karzer wurden bis zum Ende des Kaiserreiches genutzt, dann wurde die Karzerstrafe an der Universität,  bezeichnenderweise gegen den erklärten Willen des ASTA, 1920 abgeschafft.  

In der Folgezeit waren die Räume in unterschiedlichster Weise genutzt, teilweise als Bibliotheksraum, als Versammlungs- und Besprechungszimmer und zuletzt auch als Arbeitsraum für Hilfskräfte.

Bei der Wiederinstandsetzung wurde im Sommerkarzer das umlaufende Fries mit einem idealtypischen Lebenslauf eines Studenten restauriert, im Winterkarzer wurden Fragmente von Wappen und Insassenkritzeleien freigelegt. Unter den frisch wiederentdeckten Fragmenten ist auch das Gedicht, das der 3.000 Student 1911 anlässlich seiner beiden Jubiläen (Festzug und Karzerbesuch) verfasste und das bislang nur aus einer kleinen und längst vergriffenen Schrift bekannt war.

Die Räume sollen mit den Spendengeldern der Alumni in Anlehnung der historischen Einrichung wieder möbliert und eingerichtet werden, damit sie ein anschauliches Beispiel dieser heute eher als kurios betrachteten Gepflogenheiten Bräuche vermitteln können. Die Karzer können nach Anmeldung im Uniseum (Tel. 3835 oder email:info@uniseum.de) mit Führungen besucht werden. In den Führungen inbegriffen ist neben der Besichtigung der beiden Karzer auch die Besteigung des Universitätsturmes mit einer einzigartigen Sicht auf Universität und Stadt.

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Gruppenführungen nach Vereinbarung auch zu anderen Zeiten möglich (bitte kontaktieren Sie uns per E-Mail)


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